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......an der Oder lebt Kultur-und Naturlandschaft.
......an der Oder lebt meine Stadt im Zeichen des Hahns
......an der Oder leben Kinder, Arbeiter, Landwirte, Akademiker, Künstler, Handwerker, Studenten: Menschen>>>

Dicht, Dichter, am Dichtesten oder Dichter: so zu sagen >>> Es fehlt an nichts. Verdichtung als große Kunst einer kleinen Stadt. Ist das die Möglichkeit?
Alles stellt sich eben etwas kleiner dar, an die Dimension meiner Stadt angepasst. Und doch eine lebendige Kultur-und Naturlandschaft. Denn Kultur und Natur sind an der Oder nicht voneinander zu trennen. Die Oder ist kein Fluss der trennt, sie ist ein Strom der verbindet – zwei Städte, zwei Länder, deren Menschen, mit ihrer Kultur und Natur. Es ist eine einzigartige Region.

Kunst gefällig? Es gibt Theater (mehr als eins), Lesungen verschiedener ART, Konzerte, Kino, Kunstausstellungen, Museen, Bibliotheken, Kabarett, Bars, Cafes, Restaurants unterschiedlicher Nationalität, und nicht zuletzt wird Frankfurt vielsprachig von jungen Menschen bevölkert und belebt, die ihrem Studium an der Europauniversität "Viadrina" nachgehen. Einige Dichter und Denker (das ist wohl schwer zu trennen) entstammen, bewohnten, bereisten und bereicherten die Region. Der bekannteste unter ihnen dürfte Kleist sein. Es ist für schreibende Menschen also eine durchaus fruchtbare Ebene. Ich selbst empfinde dies als solches. In der Märkischen Dichterlandschaft kann mehr darüber gelesen werden.

Sport gefällig? Frankfurt war und ist eine Sportstadt. Ein große Anzahl von Vereinen, für sämtliche Sportarten und Altersklassen sind hier angesiedelt. Besonders geprägt ist die Stadt aber sportlich durch das Leistungszentrum der Bundeswehr. Hier finden regelmässig Sportveranstaltungen, Wettkämpfe und Turniere statt. Wobei nicht nur der Leistungssport im Vordergrund steht, sondern auch der Breitensportler auf seine Kosten kommt. Als Mountainbikerin muss ich natürlich das Power-Biking erwähnen. Hier können sich Radsportbegeisterte aller Leistungsklassen beteiligen und messen. Informationen zum Power-Biking und dem Radsport in der Region gibt es beim frc90 e.V. Und auch durch den MSV Tripoint e.V.werden regelmässig Duathlon-und Triathlonwettkämpfe, sowie Laufveranstaltungen angeboten.

Frankfurt/Oder das ist doch diese Provinz im Osten. Ja! Und? Es gibt durchaus Menschen, die gern in einer Provinz leben. Und betrachtet man Metropolen wie Berlin einmal ganz genau, dann ist dies nichts weiter und ein Zusammenschluss von Provinzen. Provinz Köpenick, Provinz Charlotteburg, Provinz Neukölln usw.. Die Menschen dort fühlen sich mit ihrem Stadtteil verbunden. Das ist in Ordnung so. So wie ich mich mit meiner Provinz verbunden fühle. Dazu gehören das Oderbruch genauso wie das Schlaubetal und der nahe gelegene Stadtwald in Rosengarten. Besonders gut lässt sich die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Es gibt inzwischen ein weit und gut ausgebautes Netz von Radwegen. Auf allen Wegen gibt es viel zu entdecken. Alte Mühlen, Kunstspeicher und -werkstätten abseits der Stadt und in malerischer Landschaft gelegen, architektonische Kleinode aus allen Epochen, aber auch am letzten Weltkrieg kommt der Besucher an der Oder nicht vorbei. In Lebus befindet sich ein kleines Museum, dass alles auf wunderbare miteinander verbindet - das "Haus Lebuser Land". Im unteren Geschoss können archäologische Funde erkundet werden. Ein großer Teil des oberen Geschosses ist dem Dichter Günter Eich gewidemt, der in Lebus geboren wurde und mit seinem Werk die Zeit zwischen den Zeiten beschrieb und beschreibt.
Habe ich mal große Lust auf große Stadt und große..., dann bin ich in Null-Komma-Nichts in einer der Provinzen Berlins, um dann wieder an meinen Ausgangspunkt zurück zu kehren: Frankfurt an der Oder. Frankfurt im Osten. Aus diesem Osten ist längst die Mitte Europas geworden.

Nun, das hört sich alles schön geredet an. Nein! Ich will nicht verschweigen, das es auch die dinklen Seiten in meiner Stadt, in meiner Heimat gibt. Nicht mehr und nicht weniger als in anderen Gegenden auch. Unsere Gegenwart ist leider geprägt durch das Hervorkehren und das Übergewicht der Negativschlagzeilen in der Öffentlichkeit. Zu meinem Unverständnis und Ärger auch viel zu oft durch lokale Medien beschrieben und propagiert. Mit guten Nachrichten lässt sich wenig Geld verdienen. Diese Tatsache wirft ein zu schlechtes Licht auf meine Heimat, welches so nicht in der Landschaft stehen bleiben kann und darf, weil dieses Licht Schein ist. Schein ist nicht Sein, deshalb sollte sich jeder selbst ein Bild von dem machen, was es an der Oder zu entdecken gibt. Ein Besuch lohnt sich. Und selbst wem der Besuch mißfallen hat, der kann wenigsten behaupten, seine Kritik auf dem Fundament der eigenen Meinungen, Erfahrungen und Gedanken errichtet zu haben. Dieses Fundament der Kritik am richtigen Ort, kann für Besucher, wie Gastgeber erbaulich sein. Es gilt die vielen Möglichkeiten dieser Landschaft für sich selbst zu entdecken, zu nutzen und natürlich selbst einen Beitrag zu leisten. Denn macht niemand etwas los, dann ist auch nichts los.

Der hier zu sehende Hahn ist ein Zeitgenosse, BeFlügelt mit Wort und Grafik des percussion local e.V., heißt Feder-Halter, wurde finanziert durch den "Verein zur Förderung der Solarenergie", und ist einer der Hähne aus der Aktion "Frankfurt wird hahnsinnig".Eine gelungene Aktion für Künstler, Vereine und Unternehmen verschiedener Natur, an der sich sehr viele Menschen beteiligten, und die grossen Anklang gefunden hat. Es ist ein Beispiel für die Kunstfertigkeit dieser Region, sowie für das Miteinander der Menschen. Der Feder-Halter im Besonderen, wurde durch Autor(inn)en dieser lebendigen Dichterlandschaft beschrieben, mit selbstverfassten Texten und Gedichten, und ist durch die beiden beteiligten Vereine nur ein Beispiel für die gelungene Symbiose von Wissenschaft, Industrie, Kunst und Literatur an der Oder.

Das Schlusswort in eigener Sache richtet sich an alle denen Frankfurt und vor allem die Oder durch die Feder fließt. Ich weiß nicht, wie es andere Schrifsteller und Schriftstellerinnen lesen. Ich erlese die Oder, dass es mir unmöglich ist, sie auzuklammern, aus meinem Leben, aus meinem Schreiben, aus meinem Denken. Das ist der Grund, auf dem ich schreibe und der Grund aus dem ich es schreibe, wie sie sich für mich geHÖRT: Nicht Frankfurt(Oder), nicht Frankfurt/Oder sondern unbegrenzt: Frankfurt an der Oder. EineFlüssin, die weit herkommt und weithin geht.